Warum Titisee ein neuer Hotspot für Luxus-Uhrenmarken ist

Warum Titisee ein neuer Hotspot für Luxus-Uhrenmarken ist
Warum Titisee ein neuer Hotspot für Luxus-Uhrenmarken ist | www.michaelsandvoss.de | © Drubba GmbH

Titisee im Hochschwarzwald ist für einiges berühmt: für die beeindruckende Natur rund um den bezaubernden See, das riesige Badeparadies und für das anliegende Wintersportzentrum rund um den Feldberg. Die gute Luft und die Nähe zur entzückenden Stadt Freiburg, zu Basel sowie Frankreich lassen auch mich immer wieder nach Titisee kommen. Doch wer hätte bis vor kurzem gedacht, dass der Luftkurort darüber hinaus zum neuen Hotspot für Luxusuhren werden würde? Ein Interview mit Familienunternehmer Olaf Drubba über die erfolgreiche Entwicklung der Region im Hochschwarzwald.

Neueröffnung von „Drubba Moments – finest timepieces“ in Titisee

Die Neueröffnung von „Drubba Moments – finest timepieces“ hat mich sehr beeindruckt. | © Zooey Braun / Drubba GmbH

Seit der Neueröffnung von „Drubba Moments – finest timepieces“ Ende September 2015 präsentieren sich Top-Uhrenmarken wie u.a. Blancpain, Cartier, Chopard, IWC, Jaeger-LeCoultre, Longines, Montblanc, Omega, Panerai, Piaget, Tag Heuer oder Union Glashütte in direkter Seelage in Titisee. Mit diesem neuen großen Showroom hat die Unternehmerfamilie Drubba, die neben Hotels, Gastronomie, Schifffahrt und Souvenir-Geschäften seit vielen Jahren das Uhrenfachgeschäft in der Seestraße betreibt, neue Maßstäbe gesetzt.

Das beeindruckende Angebot internationaler Top-Manufakturen mit Uhren-Corner in der jeweiligen Marken-CI, das exklusive Ambiente sowie das geschulte Fachpersonal sorgen für ein ganz besonderes Einkaufserlebnis. Gleich nebenan werden zudem die passenden Koffer von Rimowa, Fashion von Boss und Aigner sowie Schmuck von Swarovski verkauft. Eine Luxus-Shopping-Mall in Titisee im Hochschwarzwald – gibt es hier tatsächlich das Klientel für diese hochwertigen Produkte?

Fakt ist: Die deutsche und auch internationale Klientel mit hohem Einkommen schätzen den Hochschwarzwald immer mehr, denn sie finden in der Region rund um den Titisee ein sehr stimmiges Angebot, von Top-Hotels bis hin zu Spitzen-Restaurants. Der Luftkurort, der bereits seit 1900 touristisch sehr beliebt ist, und die gesamte Region Hochschwarzwald mit ihren 16 Gemeinden rund um den Feldberg bieten alles was „anspruchsvolle Genießer“ und die „intensiven Erleber“, wie Christian Gross von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH die wachsende Zielgruppe nennt, erwarten.

Beim Drubba Moments – finest timepieces Opening Event konnte ich den Showroom mitsamt der Uhren-Corner bewundern.

Beim „Drubba Moments – finest timepieces“ Opening Event konnte ich mit den zahlreichen Gästen aus der Luxus-Uhrenindustrie den Showroom mitsamt der einzigartigen Uhren bewundern.

Die anhaltende positive Entwicklung des Hochschwarzwalds, an dem die Familie Drubba durch eigenes internationales Marketing in enger Kooperation mit der Hochschwarzwald Tourismus GmbH seit langem sehr erfolgreich arbeitet, war die Grundlage für die Unternehmerfamilie, den Masterplan „Seearkaden“ zu erstellen.

Mit dem Projekt Seearkaden plant die Firma Drubba einen modernen Eindachhof in Titisee

Mit dem Projekt Seearkaden plant die Firma Drubba einen modernen Eindachhof in Titisee | Bild: fsp.stadtplanung

Die Wichtigkeit einer intensiven Betreuung von ausländischen Märkten kann an den Übernachtungszahlen abgelesen werden. Im Jahr 2014 konnten etwa 3,5 Millionen Übernachtungen in der Region registriert werden, 2010 waren es noch 2,5 Millionen. Mittlerweile stammen ein Drittel der Übernachtungsgäste aus dem Ausland. Insbesondere die zunehmende Zahl einkommensstarker asiatischer Gäste ist für den Verkauf des Luxus-Angebots von großer Bedeutung und bietet eine wichtige Basis für „Drubba Moments – finest timepieces“ und das Bauprojekt Seearkaden.

Ich habe mit Unternehmer Olaf Drubba über die Kraft und die Visionen eines Familienunternehmens gesprochen, über Rückschläge und über asiatische Touristen:

Herr Drubba, woher kommt Ihre Expertise im Retail in Verbindung mit den asiatischen Märkten?

Olaf Drubba (OD): Nach einer kaufmännischen Ausbildung im elterlichen Betrieb war ich ein Jahr in den USA und habe dort eine Managementausbildung durchlaufen. Zu dieser Zeit waren die Amerikaner eine sehr bedeutende ausländische Zielgruppe für uns. Ich habe mich für unser Unternehmen z.B. um das Marketing, wie die Präsenz bei Messen zusammen mit Reiseveranstaltern aus der Schweiz, gekümmert und gelernt, Netzwerke aufbauen. Dann kam es Ende der Achtziger zu herben Rückschlägen aus dem US-Markt und unser Geschäft mit den Amerikaner ist stark eingebrochen. Parallel wurde die Seestraße in Titisee zur Fußgängerzone erklärt und unser großer Parkplatz am See wurde 1990 geschlossen. Das Lebenswerk meiner Eltern war ernsthaft gefährdet. Wir benötigten dringend neue Strategien und kaufkräftige Zielgruppen. Wir begannen uns deshalb stärker dem Aufbau des asiatischen Marktes zu widmen. Allerdings kannte dort niemand Kuckucksuhren oder Bierkrüge. Das haben wir geändert.

“Der #Titisee als Hotspot für Luxus-Uhrenmarken? Drubba Moments hat mit dafür gesorgt.“

Twittern WhatsApp

Wie haben sie es geschafft, Asien so erfolgreich zu erschließen?

OD: Mein Bruder Jürgen und ich sind in den Neunzigern zwei- bis dreimal im Jahr nach Asien geflogen und haben dort Kontakte geknüpft, um unsere Zusammenarbeit mit den Asiaten aufzubauen und z.B. das Kuckucksuhren-Geschäft anzukurbeln. Zu Beginn gab es in Asien keine Servicestellen für diese Uhren. Dies war aber für das Geschäft mit den asiatische Touristen, die bei uns in Titisee eine Uhr gekauft haben, eine Voraussetzung. Wir haben deshalb ein Service Center in Asien aufgebaut. Der Taiwanesische Markt war für uns dann sehr bedeutend. Wir haben den Touristen aus Asien Packages mit der beliebten Bootsrundfahrt auf dem Titisee mit unserem eigenem Schiff, gutem Essen und Shoppingerlebnissen angeboten. In Titisee haben wir dafür extra ein chinesisches Restaurant eröffnet. Alles lief prima. Dann kam die Asien-Krise und wir bekamen wieder große Probleme.

Im großen Showroom Drubba Moments in Titisee präsentieren internationale Hersteller ihre Luxus-Uhren.

Mit dem großen Showroom für Luxus-Uhren hat Drubba neue Maßstäbe gesetzt.

Wie kamen sie mit diesem Rückschlag zurecht?

OD: Wir haben konsolidiert und Unternehmensbereiche wie z.B. die Hotels auf andere, europäische Märkte eingestellt. Meine Brüder haben das Unternehmen in dieser Zeit alleine geführt. Ich selbst habe dann erstmal einige Jahre in anderen Unternehmen gearbeitet, habe bei der Aigner AG in München den asiatischen Markt ausgebaut und bin dann in die Schweiz. Es hat mich aber am Ende doch wieder ins Familienunternehmen gezogen. Wir hatten eine neue Vision und Strategie erarbeitet und den Masterplan für die Seearkaden und „Drubba Moments – finest timepieces“ entwickelt. Die Umsetzung war wieder die richtige Herausforderung für mich.

Wie sieht die touristische und unternehmerische Vision der Familie Drubba für den Hochschwarzwald aus?

OD: Wir wollen gemeinsam mit der Hochschwarzwald Tourismus GmbH den Qualitätstourismus in der Region vorantreiben. Mit den Gruppentouristen aus Asien kommen jetzt auch sehr viele wohlhabende Gäste aus der Upper middle class bis Upper class aus Asien. Titisee ist bereits jetzt ein touristischer Hotspot mit ca. 1,1. Millionen Tagestouristen im Jahr. Es gibt zunehmend sehr anspruchsvolle Gäste aus allen Ländern der Erde. Wir werden mit dem Ausbau der Seearkaden auch mehrere neue Restaurants mit asiatischen Spezialitäten und ein schickes Café anbieten.

Sie bieten mit Ihrem Premium- und Luxusangebot ja auch den Touristen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz sehr attraktive Shopping-Möglichkeiten. Die Hotellerie vor Ort hat ihr Angebot in den letzten Jahren auch kontinuierlich verbessert und hat das Niveau guter österreichischer Betriebe erreicht. Entsprechend hat sich die Gästestruktur verändert. Wie sieht hier der Trend bezüglich Ihrer Gäste aus dem asiatischen Raum aus?

Olaf Drubba, Geschäftsleitung der Drubba GmbH, bei der Eröffnung von Drubba Moments – finest timepieces in Titisee

Olaf Drubba bei der Eröffnung von „Drubba Moments – finest timepieces“ | © Drubba GmbH

OD: Kleine Reisegruppen auf individuellen Reiserouten und der „Selfdriver“-Tourismus nehmen bei den Asiaten deutlich zu. Auch der Anspruch bezüglich der Übernachtungsmöglichkeiten ist gestiegen. Insgesamt ist unsere Unternehmensgruppe und auch die gesamte Region sehr gut für einen Ausbau des qualitativen Tourismus aufgestellt.

Herzlichen Dank lieber Herr Drubba für das Gespräch. Ich bin gespannt, wie sich meine alte Heimat Titisee mit diesen Maßnahmen in den nächsten Jahren entwickeln wird und werde mich regelmäßig persönlich davon überzeugen. Dass die Uhrenindustrie so begeistert und letztendlich erfolgreich eingestiegen ist, spricht für die unternehmerische Kraft der Marken-Manager.